Alle Support-Themen im Überblick
 
 

Fortgeschrittene Farbkorrekturen

Um dieses Tutorial verstehen zu können, sollten Sie die grundlegenden Photoshopwerkzeuge wie Gradationskurven und Farbton/Sättigung bereits kennen. Arbeiten Sie ggf. noch mal den Abschnitt "einfache Farbkorrekturen" in Photoshoptutorial unter http://www.sfk-online.com/support/bild/ps_farbkorrektur.php durch. Auch sollten Sie wissen, wie sich die Farbmodelle RGB, CMYK und Lab unterscheiden.

       Einige Grundlagen zu Anfang
 


Eine grundsätzliche Frage stellt sich zu Beginn einer Bildbearbeitung:
Sollten Korrekturen im RGB oder CMYK oder doch besser im Lab-Modus durchgeführt werden?
In vielen Produktionsumgebungen (neudeutsch "Workflow") bekommt der/die Lithograf/in separierte CMYK-Dateien. Wenn Bilder an einem hochwertigen Scanner eingelesen und sorgfältig separiert wurden, sind im allgemeinen nur noch minimale Korrekturen notwendig. Viele Druckvorstufenprofis können sich in CMYK die Wirkung einer Korrektur besser als in anderen Bildmodi vorstellen. Wandeln Sie, wenn Sie ein gut separiertes Fotos bekommen, an dem nur minimale Änderungen gemacht werden sollen, das Bild nicht in den RGB-Modus, sondern führen Sie Ihre Korrekturen in CMYK durch. Bei jeder Moduswandlung zwischen RGB und CMYK würden Sie Bildinformationen verlieren.

Wenn Sie die komplexe Farbänderungen vornehmen wollen, erzielen Sie allerdings im RGB-Modus bessere Ergebnisse. Falls Sie mit den originalen RGB-Scandaten arbeiten können, sollten Sie Ihre Korrektur im RGB-Modus durchführen.
Denken Sie beim Arbeiten in RGB komplementär. Wenn Sie in Hauttönen Magenta und Gelb erhöhen wollen, müssen Sie bei RGB-Bildern im Grün- und Blaukanal eingreifen (Grün liegt auf dem Farbkreis gegenüber von Magenta). Oder Sie Sie bearbeiten die Kanäle, die im Farbkreis neben der zu ändernden Farbe liegen (bei Magenta wären das Rot und Blau). Vielleicht ist es in einer kommenden Photoshopversion ja möglich, im RGB- oder Lab-Modus auch direkt den Magenta-Anteil im Bild über Gradationskurven zu bearbeiten, was in Photoshop 6 leider nicht funktioniert.

Wenn Sie Ihre Farbkorrekturen direkt auf das Bild anwenden, sind die ursprünglichen Informationen unwiederbringlich verloren. Abhilfe schaffen die Einstellungsebenen über Ebene > Neue Einstellungsebene. Die haben den Vorteil, dass Sie erstens nachvollziehen können, welche Korrekturen auf das Bild angewendet wurden und zweitens lassen sich Farbkorrekturen auf einfache Weise wieder rückgängig machen.

Lernen Sie Farben zu erkennen und zu beurteilen, analysieren Sie vor der Farbkorrektur das Bild. Welche Farben fehlen im Bild, welche sind zu stark vertreten. Stimmt die Graubalance? Die Infopalette sollte bei den Farbkorrekturen immer auf dem Monitor angezeigt werden. Beurteilen Sie die Farben aber nicht nur nach ihrem CMYK-Werten, sondern auch nach ihrer Helligkeit und der Sättigung.

       Schritt für Schritt
 


Zuerst wenden Sie in Ihrer Bildbearbeitung die globalen Farbkorrekturen, dann die selektiven auf das Bild an.
1. Schritt: Speichern Sie sich eine Kopie des Bildes im Photoshopformat.
2. Schritt: Erstellen Sie sich eine Tonwert-Einstellungsebene, mit der Sie im gesamtem Bild die Grauballance sowie Lichter und Tiefen einstellen. Definieren Sie in den Pipetten per Doppelklick die für das Motiv idealen Werte. Im Zeitungsdruck sollten die hellsten Lichter in denen noch Zeichnung zu erkennen ist bei 8 Prozent und die dunkelsten Bereiche mit Zeichnung bei ca. 90 Prozent liegen. Auf hochwertigem Papier haben Sie einen größeren Tonwertumfang, der ca. zwischen 3 und 98 Prozent liegt. Achten Sie darauf, bei diesem Schritt keine Zeichnung im Bild zu verlieren, nur Spitzlicher (z.B. ein Reflex auf einem Metallstück) dürfen ausgefressen sein. In Low-Key Bildern haben wir ggf. kein reines Weiß, in High-Key Bildern kein Schwarz. Wenn Sie die Pipettenwerte für Lichter und Tiefen festlegen, können Sie bereits Farbstiche in den hellen und dunklen Partien des Bildes korrigieren. Ein kaltes Schwarz erzielen Sie z.B. durch das erhöhen des Blau- oder Cyan-Anteils in den Tiefen.
Oft reicht bei einer Farbkorrektur allein das Einstellen der Graubalance. Picken Sie sich einen neutralen (einen grauen) Ton im Bild heraus und ändern Sie die Gradationskurve so, dass Sie an der fraglichen Stelle identische R, G und B-Werte haben (oder Sie benutzen einfach die mittlere Pipette, in Tonwertkorrekturdialog). Wenn Sie im CMYK-Modus arbeiten, brauchen Sie mehr Cyan, um einen neutralen Grauton zu erzielen. Sie würden bei identischen CMY-Werten ein bräunliches Grau bekommen. Bei Kunstreproduktionen wird manchmal eine Graustufenskala mitfotografiert, an der Sie einen Farbstich sehr einfach erkennen und ausgleichen können.
3. Schritt: Die selektiven Korrekturen erzeugen Sie mit Einstellungsebenen für Farbton/Sättigung oder Selektiver Farbkorrektur. Arbeiten Sie auch mit Masken in Ihren Einstellungsebenen. Verändern Sie die Deckkraft der Einstellungsebenen, um eine übertriebene Farbkorrektur zu reduzieren.
4. Schritt: Erstellen Sie drei verschieden Variationen Ihrer Farbkorrektur, speichern Sie diese Dateien zum Schluss separiert als EPS oder TIFF ab und erstellen ein Farbproof (z.B. ein Chromalin oder Iris-Proof). Die Separation sollte dabei auf das jeweilige Druckverfahren und das Motiv abgestimmt sein (siehe http://www.sfk-online.com/support/bild/ps_special_separation.php). Lassen Sie den Kunden die gewünschte Korrekturvariante auf dem Proof abzeichnen und Sie bekommen ein vorhersehbares Ergebnis. Das Beurteilen des Proofs sollte natürlich unter Normlicht geschehen.

 
[nach oben]
       Übungen
 


Aufgaben

A Um die grundsätzlichen Korrekturfunktionen in Photoshop kennen zu lernen, sollten Sie zunächst Tonwertkorrekturen an Graustufenbildern vornehmen.

B Farbkorrekturen
Korrigieren Sie die Farben in der Datei "Blumen nicht so hübsch.psd", und gleichen Sie sie der Datei "Blumen hübsch.psd" an. Analysieren zuerst die Farbfehler in der Datei "Blumen nicht so hübsch.psd".
Verlassen Sie sich dabei nicht nur auf die Darstellung am Monitor, sondern lassen Sie sich die Farbwerte auch mit der Infopalette und dem Farbaufnahmewerkzeug anzeigen.

C Hauttöne
Gleichen Sie in der Datei "Hauttöne.psd" den Hautton der weißen Frau dem Hautton der dunkelhäutigen Frau und umgekehrt an. Benutzen Sie Einstellungsebenen um die Änderungen besser kontrollieren und nachvollziehen zu können.

D Farbauszüge
Lassen Sie sich den Magenta- und den Gelbauszug einer CMYK-Datei als Graustufendarstellung am Monitor einzeln anzeigen.

 

 
[nach oben]
      Tipps, Links und Literaturhinweise
 



Tipps

Sichern Sie sich Ihre sorgsam erstellen Auswahlbereiche.

Farbauszüge lassen sich schon am Monitor betrachten: Sie haben die Möglichkeit, einen Eindruck von den Druckfilmen einer CMYK-Datei zu bekommen, wenn Sie sich die Farbauszüge einzeln anschauen. Gehen Sie dazu auf Ansicht > Neue Ansicht. Anhand der Farbauszüge kann der/die erfahrene Lithograf/in die Qualität der Farbseparation und die Druckbarkeit einer Datei beurteilen.

Schalten Sie Ihren Monitor für die Farbkorrektur auch mal auf Graustufen und korrigieren nur nach der Infopalette.

Mit dem Protokollpinsel können Sie Teile Ihres Bildes wieder in einen früheren Zustand zurückbringen.

Auch eine Scharfzeichnung mit dem Filter "Unscharf maskieren" lässt ein Motiv kontrastreicher erscheinen.

Literaturhinweise und Links

Hennig Wargalla: "Farbkorrektur". MITP, ISBN 3-8266-0610-8
Kalibrierung einer Arbeitsumgebung

 
[nach oben]
 

Letzte Aktualisierung dieser Datei am: 03.6.2005
Autor: Stephan Franke · Impressum und Hinweise zu diesen Seiten · Suche
Diese Seiten wurden produziert von: sfk


Haben Sie Anregungen, Kritik oder Ideen zu dieser Seite? Sie können hier einen Kommentar schreiben.
Ihr Kommentar wird am Ende dieser Seite angefügt.

Bislang wurden zu dieser Seite keine Kommentare geschrieben