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Malmodi und weitere Photoshop-Farbtechniken


 
Im Photoshop Kompaktkurs haben Sie sich mit Bildmodi, Farbmodellen, Kanälen, einfachen Farkorrekturen und Farbseparation beschäftigt. Sie wollen noch mehr erfahren? Gut, hier folgen Informationen zum Thema Farbe für die, die es genau wissen wollen:
Füllmethoden und Malmodus, Schmuckfarben, Kanalberechnungen und das Arbeiten mit Farbprofilen.

 

       Füllmethoden und Malmodi
 


Bei den Malwerkzeugen und den Ebenenoptionen gibt es sogenannte Füllmethoden oder Malmodi.
Um sich die Wirkung der Füllmethoden vorstellen zu können werden in den folgenden Erklärungen die drei Begriffe Ausgangsfarbe, Farbauftrag und Zielfarbe genutzt:
Ausgangsfarbe ist die Originalfarbe des Bildes.
Farbauftrag ist die mit dem Mal- oder Bearbeitungswerkzeug aufgetragene Farbe.
Zielfarbe ist die Farbe, die durch den Farbauftrag entsteht.

Normal
Jeder Pixel, über den gemalt oder der bearbeitet wird, nimmt die Zielfarbe an. Dies ist die Standardeinstellung. (Beim Bearbeiten von Bitmapbildern oder indizierten Farbbildern wird der Normal-Modus als Schwellenwert bezeichnet.)
Sprenkeln
Jeder Pixel, über den gemalt oder der bearbeitet wird, nimmt die Zielfarbe an. Die Pixel werden mit der Ausgangsfarbe oder dem Farbauftrag per Zufallsverteilung durch die Zielfarbe ersetzt, abhängig von der Deckkraft der einzelnen Pixel. Dieser Modus kommt am besten mit dem Pinsel oder der Airbrush und großen Werkzeugspitzen zur Geltung.
Dahinter auftragen
Malt oder bearbeitet nur den transparenten Teil einer Ebene. Dieser Modus funktioniert nur auf teilweise transparenten Ebenen. Wenn Sie Farbe auftragen, entsteht ein Effekt, als würden Sie hinter den transparenten Bereichen auf einer Art Folie malen.
Löschen
Jeder Pixel, über den gemalt oder der bearbeitet wird, erscheint transparent. Dieser Modus ist für den Linienzeichner, das Füllwerkzeug, und die Befehle unter "Füllen" verfügbar. Er kann nur im Zusammenhang mit Ebenen verwendet werden.
Multiplizieren
Prüft die Farbinformationen in jedem Kanal und multipliziert die Ausgangsfarbe mit dem Farbauftrag. Dabei entsteht stets eine dunklere Farbe. Wenn Sie eine Farbe mit Schwarz multiplizieren, entsteht Schwarz, beim Multiplizieren einer beliebigen Farbe mit Weiß ändert sich die Farbe nicht. Wenn Sie mit einer anderen Farbe als Schwarz oder Weiß malen, werden die Farben zunehmend dunkler, je häufiger Sie mit einem Malwerkzeug über eine Stelle malen (und dabei mit der Maus neu klicken). Dies ist vergleichbar mit dem Malen mit unterschiedlichen Grafikmarkern über ein Bild.
Negativ multiplizieren
Prüft die Farbinformationen in jedem Kanal und multipliziert die umgekehrten Werte von Ausgangsfarbe und Farbauftrag. Die Zielfarbe ist immer heller. Mit Schwarz bleibt die Farbe unverändert, mit Weiß entsteht Weiß. Dieser Effekt ist vergleichbar mit dem Malen mit einem ausbleichenden Malwerkzeug.
Ineinanderkopieren
Multipliziert die normalen oder die umgekehrten Farbwerte, abhängig von der Ausgangsfarbe. Muster oder Farben werden auf die vorhandenen Pixel aufgetragen, wobei die Lichter und Tiefen der Ausgangsfarbe erhalten bleiben. Die Ausgangsfarbe wird nicht ersetzt, sondern vermischt sich mit dem Farbauftrag, um die hellen und dunklen Bereiche der Originalfarbe widerszuspiegeln.
Weiches Licht
Dunkelt die Farben ab oder hellt sie, je nach Farbauftrag, auf. Der Effekt ist vergleichbar mit dem Beleuchten eines Bildes mit diffusem Licht.
Ist der Farbauftrag heller als 50% Grau, wird das Bild aufgehellt, ähnlich dem Effekt des Abwedlers. Ist der Farbauftrag dunkler als 50% Grau, wird das Bild abgedunkelt, ähnlich dem Effekt des Nachbelichters. Wenn Sie mit reinem Schwarz oder Weiß malen, entstehen deutlich dunklere oder hellere Bereiche, jedoch kein reines Schwarz oder Weiß.
Hartes Licht
Multipliziert die normalen oder umgekehrten Farbwerte, abhängig vom Farbauftrag. Dieser Effekt ist vergleichbar mit dem Beleuchten eines Bildes mit grellem Licht.
Ist der Farbauftrag (die Lichtquelle) heller als 50% Grau, wird das Bild aufgehellt, als ob es mit den umgekehrten Farbwerten multipliziert wurde. Dieser Effekt eignet sich zum Hinzufügen von Glanzlichtern in ein Bild. Ist der Farbauftrag dunkler als 50% Grau, wird das Bild abgedunkelt, als ob es mit den normalen Farbwerten multipliziert wurde. Dieser Effekt eignet sich zum Erzeugen von Schattenbereichen in einem Bild. Wenn Sie mit reinem Schwarz oder Weiß malen, entsteht reines Schwarz oder Weiß.
Farbig abwedeln
Untersucht die Farbinformation in jedem Kanal und hellt die Ausgangsfarbe auf, um den Farbauftrag wiederzugeben. Beim Malen mit Schwarz bleibt die Farbe unverändert.
Farbig nachbelichten
Untersucht die Farbinformation in jedem Kanal und dunkelt die Ausgangsfarbe ab, um den Farbauftrag wiederzugeben. Beim Malen mit Weiß bleibt die Farbe unverändert.
Farbton
Erzeugt eine Zielfarbe aus Luminanz und Sättigung von Ausgangsfarbe und Farbton des Farbauftrags.
Abdunkeln
Untersucht die Farbinformation in jedem Kanal und wählt von Ausgangsfarbe oder Farbauftrag die dunklere Farbe als Zielfarbe. Pixel, die heller als der Farbauftrag sind, werden ersetzt; Pixel, die dunkler sind, bleiben unverändert.
Aufhellen
Untersucht die Farbinformation in jedem Kanal und wählt von Ausgangsfarbe oder Farbauftrag die hellere Farbe als Zielfarbe. Pixel, die dunkler als der Farbauftrag sind, werden ersetzt; Pixel, die heller sind, bleiben unverändert.
Differenz
Untersucht die Farbinformation in jedem Kanal und zieht entweder den Farbauftrag von der Ausgangsfarbe oder die Ausgangsfarbe vom Farbauftrag ab, je nachdem, welche Farbe den höheren Helligkeitswert hat.
Ausschluß
Erzeugt einen ähnlichen, jedoch weicheren Effekt als der Differenz-Modus. Bei einem weißen Farbauftrag werden die Werte der Ausgangsfarbe umgekehrt. Bei einem schwarzen Farbauftrag bleiben die Werte unverändert.
Sättigung
Erzeugt eine Zielfarbe aus Luminanz und Farbton der Ausgangsfarbe und Sättigung des Farbauftrags. Wenn Sie mit diesem Modus in einem Bereich mit einer Sättigung von Null (Grau) malen, verändert sich nichts.
Farbton & Sättigung
Erzeugt eine Zielfarbe aus Luminanz von Ausgangsfarbe und Farbton sowie Sättigung des Farbauftrags. Dadurch bleiben die Grauwerte des Bildes erhalten, was sich zum Kolorieren von Graustufenbildern und Ändern der Tonwerte in Farbbildern eignet.
Luminanz
Erzeugt eine Zielfarbe aus Farbton und Sättigung der Ausgangsfarbe und Luminanz des Farbauftrags. Dieser Modus ist die Umkehrung des Modus "Farbton & Sättigung".

Übungen

Bauen Sie das untenstehende Bild nach

Ebenenmodus

Legen Sie über ein Landschaftsbild eine neue Ebene, die mit Weiß gefüllt wird. Die weiße Fläche wird mit dem Filter Störungen hinzufügen (100%, Gaußsche Normalverteilung, Monochrom) bearbeitet. Mit dem Filter Bewegungsunschärfe (Distanz = 30 px) erzeugen Sie die Regentropfen. Stellen Sie den Ebenenmodus der Regenebene auf multiplizieren und reduzieren Sie ggf. die Deckkraft.

 

 
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       Schmuckfarben
 


Üblicherweise werden Broschüren, Zeitschriften etc. mit Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz gedruckt. Bei hochwertigen Drucken und speziellen Aufgabenstellungen z.B. bei Kosmetikverpackungen kann es aber durchaus vorkommen, dass Sie Lacke oder Schmuckfarben (in Photoshop auch "Volltonfarben" genannt) einsetzen. Schmuckfarben wie Pantone- oder HKS-Farben werden anstelle von oder als Ergänzung zu CMYK gedruckt. Sie können die Produktionskosten erheblich erhöhen, aber auch zu beeindruckenden Ergebnissen führen. Schmuckfarben können Sie in Photoshop mit Volltonfarbkanälen anlegen und als Tiff oder DCS sichern, Sie können sie in einer Duplexdatei oder in CMYK-Kanälen anlegen.

Wenn Sie im Aufklappmenü der Kanälepalette einen Volltonkanal erzeugt haben, können Sie diesen im Tiff oder DCS 2.0 Format speichern und die Datei in einem Layoutprogramm wie InDesign oder XPress weiterverwenden. DCS steht für "Desktop Color Separation" und ist eine Variante des EPS-Formats. Für den PDF-Workflow ist allerdings das Tif-format vorzuziehen. Je nach Zielanwendung können Sie Ihr Bild auch in den Mehrkanalmodus wandeln. Die in dem Volltonkanal vorhandenen Pixel werden als extra Film belichtet und gedruckt. Denken Sie daran, dass die als Schmuckfarbe gedruckten Bereiche in den anderen Farbauszügen gegebenfalls ausgespart werden müssen.

Sonderfarben lassen sich auch aus einer Duplexdatei drucken. Im Duplexmodus können Sie mit ein, zwei, drei oder vier Sonderfarben arbeiten. Eine Duplexdatei muss als EPS gespeichert werden, damit sie in Layoutprogrammen weiterverarbeitet werden kann.

Sie können Ihre Sonderfarben auch in den einzelnen Kanälen einer CMYK -Datei unterbringen. Dabei werden die Elemente, die als Sonderfarbe gedruckt werden sollen, z.B. im Magentakanal untergebracht. Der Drucker kann dann den Magentaauszug statt mit Magenta mit einer Pantonefarbe drucken. Das geht natürlich nur, wenn Sie keine anderen mit Magenta zu druckenden Teile auf Ihrer Seite haben.

Aufgaben

A Duplexmodus
Färben Sie das Graustufenbild "Schädel.tif" mit Hilfe des Duplexmodus ein. Verwenden Sie bitte Schwarz und eine Sonderfarbe. Speichern Sie die Datei so, dass sie sich in zwei Filme (Schwarz + Sonderfarbe) separiert aus einem Layoutprogramm ausbelichten lässt.
Drucken Sie die Separation auf einem postscriptfähigen Laserdrucker.

B Volltonfarbkanal
Legen Sie in Photoshop eine 4-C Datei mit einer Sonderfarbe in einem Volltonfarbenkanal an, die sich aus X-Press oder Indesign ausbelichten lässt. Speichern Sie die Datei im Tiff oder DCS 2 Format und drucken Sie die Datei separiert aus dem Layoutprogramm.

Links und Literaturhinweise

http://www.wargalla.de/check.htm#hex Hexachrom

 
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       Kanalberechnungen
 


Unter Bild > Kanalberechnungen und mit dem Kanalmixer können Sie die Pixel einzelner Kanäle miteinander vergleichen und das Ergebnis in ein neues Bild oder einen neuen Kanal schreiben. Mit dem Kanalmixer können Sie unter anderem ein Farbbild gezielt in Graustufen wandeln und dabei die Helligkeitswerte der Farben komfortabel anpassen. Wählen Sie dazu Bild > Einstellen > Kanalmixer Sie können die Intensität (oder bei Graustufen den Helligkeitswert) der Ausgangskanäle anpassen.

Aufgaben

Wandeln Sie eine Farbdatei mit dem Kanalmixer in Graustufen.

       Farbprofile
 


Um das Problem der nicht aufeinander abgestimmten Geräte zu lösen, bemühen sich zahlreiche Anbieter seit Jahren, sogenannte Farbmanagementsysteme zu entwickeln. So hat Apple das System Colorsync entwickelt, das aus einer Systemerweiterung, einem Kontrollfeld für das MacOS und zahlreichen vorgefertigten Geräteprofilen - den ICC-Profilen besteht (ICC steht für International Color Consortium). Von Agfa kommt Fototune, das KCMS von Kodak, und Efi liefert das System Efi-Color. Zahlreiche Anwendungsprogramme haben Farbmanagement integriert. Adobe z.B. bettet mit dem Programm Photoshop in der Grundeinstellung Farbprofile in die Bilddateien ein!
Das Ziel ist es, dass z.B. ein Fotograf seine mit der Digitalkamera aufgenommenen Bilder mit einem Farbprofil versieht, welches einen Farbfehler seiner Kamera ausgleicht und diese Bilddatei von der Belichtungsanstalt oder Druckerei direkt übernommen und gedruckt werden kann. Innerhalb einer standardisierten Produktionsumgebung kann das Arbeiten mit Profilen funktionieren. Sobald jedoch diese geschützte Produktionsumgebung verlassen wird und ein längerer Workflow über verschiedene Produktionsumgebungen (verschiedene Abteilungen oder Betriebe) angepasst werden soll, treten nach wie vor häufig Probleme auf. Das liegt einerseits an der zum Teil undurchsichtigen und widersprüchlichen Bedienung der Software, und andererseits an mangelhaften Messinstrumenten oder unausgereifter Software.

 

       Indizierte Farben
 


Einfärben mit indizierter Farbtabelle
Färben Sie das Graustufenbild "Infrarotaufnahme.psd" mit einer indizierten Farbtabelle ein. Die im Original hellen Teile sollen rot eingefärbt werden. Die ursprünglich dunklen Teile werden blau.

 

 
 
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Letzte Aktualisierung dieser Datei am: 31.7.2007
Autor: Stephan Franke · Impressum und Hinweise zu diesen Seiten
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