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Netzwerke

Über ein Netzwerk können Sie auf andere Computer zugreifen, Dateien auf einem Server speichern, eMails verschicken, Flugtickets buchen, Preise in einer Registrierkasse aktualisieren, einen gemeinsamen Terminkalender innerhalb einer Firma pflegen, auf Webseiten zugreifen oder einen gemeinsamen Drucker benutzen.
Netzwerke können ganze Abteilungen innerhalb einer Firma oder lediglich zwei Rechner bei einem Privatanwender verbinden. Man spricht bei solchen Netzen von einem "LAN" (Local Area Network). Größere Netzwerke verbinden Städte und weit entfernte Knotenpunkte miteinander. Solche Netze werden "WAN" (Wide Area Network) genannt.

Damit Sie Daten zwischen zwei Computern übertragen können, brauchen Sie Hardware, die die Rechner verbindet und Software, die über sogenannte "Netzwerkprotokolle" eine Verständigung der Rechner ermöglicht.
In der folgenden Übersicht werden nur die aktuellen LAN-Standards behandelt. Hardwareseitig ist das Ethernet mit Twisted Pair-Verkabelung und auf der Softwareseite TCP/IP. Andere Netzwerktechniken wie Token Ring, Arcnet, FDDI oder ATM haben in lokalen Netzwerken kaum noch Bedeutung und werden hier nur am Rande erwähnt.


    Die Hardware (am Beispiel Ethernet)
 


Netze können physikalisch ringförmig (Token Ring), als linearer Bus (Ethernet mit Koaxial Verkabelung) oder sternförmig (Ethernet mit Twisted Pair Verkabelung) aufgebaut sein. Bei einer physikalisch sternförmigen Verkabelung sitzt ein zentraler Switch in der Mitte des Netzes und verteilt die Daten. Bei einer sternförmigen Verkabelung funktioniert das Netz noch, auch wenn ein einzelnes Kabel unterbrochen sein sollte. Fällt allerdings der zentrale Verteiler (der Switch oder Hub) aus, ist das gesamte Netz lahmgelegt. Die sternförmige Verkabelung ist mittlerweile die übliche Netztopologie.
Bei LANs hat sich das Ethernet eindeutig durchgesetzt. Diese Technologie wurde um 1980 von den Firmen DEC, Intel und Xerox vorgestellt. Ethernet gibt es in verschiedenen Geschwindigkeiten. Die 10 Mbit-Variante ist nicht mehr aktuell. ("Mbit" steht für "Megabit pro Sekunde", also für die Übertragungsleistung.) Zur Zeit (Oktober 2002) ist ein 100 Mbit-Ethernet (Fast-Ethernet) die übliche Variante. Auch das 1000 Mbit Ethernet (Giga-Ethernet) wird bereits bei der Anbindung von Servern an Switches eingesetzt und wird sich naher Zukunft auch bei der Anbindung von Arbeitsplatzrechnern zum Standard entwickeln. Am 10-Giga-Ethernet Standard wird zur Zeit gearbeitet.

Alternativen zur Ethernet-Verkabelung sind Glasfaser (FDDI, Fiber Distributed Data Interface), LocalTalk (Apple), Arcnet oder Token Ring (IBM). Token Ring kann allerdings maximal 16 Mbit/Sekunde übertragen, Apples telefonkabelartiges Local Talk-Kabel überträgt noch weniger und wird heutzutage nicht mehr verwendet. Mit Glasfaserkabeln können große Entfernungen überbrückt werden, sie bieten einen hohen Datendurchsatz, sind unempfindlich gegen elektromagnetische Störungen und bieten eine hohe Abhörsicherheit. Sie werden aus Kostengründen allerdings selten in LANs eingesetzt, sondern sind vor allem in WANs oder bei Anbindungen von Servern an Hochgeschwindigkeitsswitches zu finden.

Wenn Sie Sie mehrere Rechner per Ethernet verbinden, brauchen alle Computer eine Netzwerkkarte.
Netzwerkkarte
Die oben abgebildete antike 10 Mbit Ethernetkarte besitzt neben einem sogenannten "RJ45-Stecker" noch (die heutzutage unüblichen) BNC-sowie AUI-Stecker.
Darüberhinaus benötigen Sie bei einem sternförmigen Netz einen zentralen Verteiler, auch "Konzentrator" genannt (einen Hub bzw. Switch) und natürlich Kabel, die sogenannten "Twisted pair" Kabel mit RJ45 Steckern am Ende. Bei den Twisted Pair-Kabeln sind die einzelnen Kupferleitungen im Kabel umeinander verdrillt, um den Einfluss elektromagnetischer Störungen von außen zu reduzieren. Mit sogenannten "Kategorie 5" Kabeln lassen sich Fast Ethernet und Gigabit Ethernet Netze aufbauen. In einem 100 Mbit Segment lassen sich mit Kat 5 Kabeln bis zu 100 Meter überbrücken. Wenn Sie ein Netzwerk mit 1000 Mbit (Gigabit-Ethernet) planen, sollten Sie Kat 5e-Kabel verwenden.
einfacher 8-Port Hub und Kabel

Ein Hub ist ein zentraler Knotenpunkt, über den alle Verbindungen innerhalb des LANs laufen. Im Ethernet können alle Rechner gleichzeitig ihre Daten an alle anderen im Netz vorhandenen Rechner schicken. Senden zwei Rechner gleichzeitig ihre Daten, kommt es zur Kollision auf dem Netz. Um die Kollisionen zu begrenzen, setzt man heutzutage statt eines Hubs besser einen Switch ein. Ein Switch arbeitet wie ein Hub, stellt aber eine direkte Verbindung zwischen zwei Ethernetkarten her, verhindert Kollisionen, reduziert die Netzlast und sorgt so für einen höheren Datendurchsatz. Bei der Anschaffung eines Switches ist zunächst die Anzahl der benötigten Ports und der Datendurchsatz (100 MBit, Gigabit Ethernet, evtl. sogar 10 Gigabit Ethernet) ausschlaggebend.
Der Datendurchsatz ist bei aktuellen 100 Mbit-Switches annähernd gleich, sie unterscheiden sich aber in ihren Administrationsmöglichkeiten. Moderne Geräte bieten die Möglichkeit, VLANs (Virtuelle LANs) einzurichten oder die QoS (Quality of Service) zu managen. Virtuelle LANs können Port-basiert, MAC-basiert, IP-basiert , Protokoll-basiert (IP, IPX) oder als Tagged VLAN eingerichtet werden. Statistik- und Loggingfunktionen des Switches helfen dem Administrator, Fehler und Probleme im Netz aufzuspüren. In großen Netzen steigert ein Authentifizierungsverfahren wie Access Control List oder ein Radius-Server die Sicherheit. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal bei Switches ist auch die Möglichkeit, mehrere Geräte zusammenzuschalten, um den Datendurchsatz zu steigern. Hier ist es hilfreich, wenn die Geräte das LACP (Link Aggregation Control Protocol) beherrschen.

Router und Gateways verbinden Netze, die mit unterschiedlichen Protokollen arbeiten. Ein ISDN-Router z.B. bindet ein lokales Netz an das ISDN-Netz an. Ein DSL-Router verbindet das LAN mit den ADSL-Netzen der Telekom, Netcologne, Hansenet und ähnlichen Anbietern. Neben dem Verbinden zweier Netzwerke haben Router weitere Aufgaben wie Network Adress Translation (NAT dient dem Verbergen lokaler IP-Adressen gegenüber dem Internet), viele Router bieten Sicherheitsmechanismen durch eine eingebaute Firewall, einen DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol-Server zur dynamischen Vergabe von IP-Adressen im lokalen Netz), einen Nameserver (zur Umsetzung von Domainnamen in IP-Adressen) etc.

Zu einem vollständigen Netzwerk gehören noch die Server. Ein Server ist ein Computer, auf den andere Rechner zugreifen. Als Server wird aber auch die Software bezeichnet, die auf einem solchen Computer läuft und verschiedene Dienste zur Verfügung stellt. Solche Dienste sind z.B. Filesharing (gemeinsames Nutzen von Dateien), HTTP-Server (World Wide Web), FTP-Server und Mailserver. Aber auch Router und Gateways, DHCP-Server, DNS, DynDNS, Firewall + Viruswall oder Druckdienste können auf einem Server laufen. Eine Alternative zum FTPserver wäre eine Leonardokarte. Für Medienbetriebe sind darüber hinaus OPI-Server und PDF-Server wichtig.

Neben eigenständigen Computern, die die Rolle des Servers übernehmen, können Sie Ihre Dateien auch auf NAS oder SAN Systemen ablegen. Unter SAN versteht man ein Storage Area Network. Hier werden die Speichersysteme durch ein eigenes Netzwerk wie zum Beispiel Fibre Channel miteinander verbunden. Zentrale Server sorgen für den Übergang vom LAN zum SAN. Ein NAS ist ein Network Attached Storage. Es ist eigentlich nur eine Festplatte mit Netzwerkanschluss. Bei genauer Betrachtung ist um die Festplatte allerdings ein kleiner PC mit Mini-Betriebsystem gebaut. Im Gegensatz zu einem vollständigen Rechner verfügt ein NAS nur über einen Ein/Aus-Schalter. Die Konfiguration des NAS erfolgt üblicherweise über einen Webbrowser.

In einem peer-to-peer-Netz hingegen gibt es keinen ausdrücklichen Server. Alle Rechner sind gleichzeitig Server und Client. Beispiele dafür sind die Tauschbörsen Kazaa oder Gnutella.

Tipps

Wenn Sie nur zwei Computer per Ethernet miteinander verbinden wollen, brauchen Sie keinen Switch. Besorgen Sie sich einfach ein sogenanntes "gekreuztes Ethernetkabel" und verbinden Sie beide Netzwerkkarten direkt.

Im IEEE (Institute for Electrical and Electronical Engineers) werden die Standards für Netzwerktechnologien gesammelt und veröffentlicht. Die Arbeitsgruppe IEEE 802.3 definiert die Standards für Ethernet.

 

    Protokolle und Dienste (am Beispiel TCP/IP)
 


Wenn zwei Computer Daten austauschen wollen, müssen sie sich auf ein Protokoll einigen. Sie müssen sozusagen die gleiche Sprache sprechen. Ein Protokoll ist eine "Vereinbarung" zwischen Sender und Empfänger, wie Daten gesendet, empfangen und verarbeitet werden. Der wichtigste Vertreter für lokale Netzwerke ist das TCP/IP Protokoll. Es hat sich als Standard etabliert und wird von allen Betriebsystemen unterstützt. TCP/IP läuft auf PCs genauso wie auf Mainframes, Handys oder Ihrem Kühlschrank. Andere grundlegende Protokolle um ein Netzwerk aufzubauen sind NetBios (Microsoft), AppleTalk (Apple) SNA (IBM) oder IPX (Novell Netware).

Damit ein Computer in ein TCP/IP-Netzwerk integriert werden kann, braucht er eine eindeutige IP-Adresse.
TCP/IP-Netze werden (zumindest in IP Version 4) durch die sogenannte "Teilnetzmaske" (engl. subnetmask) in sogenannte Klassen (A, B und C) eingeteilt. Klasse A Netzwerke können bis zu 16.777.214 Computer umfassen, Klasse B-Netze bis zu 65.534 Rechner und Klasse C-Netze maximal 254 Rechner. Wenn Sie nicht gerade in einer sehr großen Firma arbeiten, wird Ihr IP-Netz wahrscheinlich ein Klasse C-Netz sein. Die Teilnetzmaske für ein Klasse C Netz lautet 255.255.255.0.
Da es für einen Netzwerkadministrator ab einer gewissen Größe zu umständlich ist, jedem Rechner eine IP-Adresse manuell zuzuweisen, überlässt man diese Aufgabe besser einem DHCP-Server. Beim Starten eines Rechners fragt dieser zunächst beim DHCP-Server nach einer IP-Adresse. Der Server verteilt an alle Computer im Netz eine eindeutige Adresse. Keine IP-Adresse im lokalen Netz darf zweimal vorkommen. In einem Klasse C Netz ist dafür ein privater Adressbereich von 192.168.0.0. bis 192.168.255.255 reserviert.

Tipp

In IP-Version 6 gibt es die Einteilung in Klasse A-, B- und C- Netze nicht mehr.


    Einrichten eines Netzwerks (am Beispiel MacOS 9 und Linux)
 


In diesem Beispiel sehen Sie das Einrichten eines Servers in einem kleinen Netzwerk am Beispiel Mac OS 9:
1. Verbinden Sie alle Macs per Ethernetkabel mit einem Switch oder Hub. Alle aktuellen Macs haben einen Ethernet-Controller eingebaut, Sie müssen sich um fehlende Treiber etc. keine Gedanken machen, der Ethernet-Controller wird beim Start des Macs automatisch erkannt und ist einsatzbereit.
2. Geben Sie im Kontrollfeld TCP/IP eine Verbindungsart an (z.B. "Ethernet", wenn Sie über einen Router auf das Internet zugreifen wollen). Im Feld Konfigurationsmethode können Sie Ihrem Computer z.B. per DHCP-Server bei jedem Neustart automatisch eine IP-Adresse zukommen lassen. Wenn Sie ein kleines Netz mit weniger als 10 Rechnern betreiben, lohnt sich ein DHCP-Server im Allgemeinen nicht. Wählen Sie in diesem Fall die manuelle Konfigurationsmethode. Weisen dem Rechner eine IP-Adresse aus dem "privaten Adressbereich" zu. In Klasse C-Netzen ist das der Bereich von 192.168.0.0. Bis 192.168.255.255. Die Netzwerkklasse (A, B oder C) wird mit Hilfe der Teilnetzmaske definiert. Geben Sie dort den Wert 255.255.255.0 (die Einstellung für ein Klasse C-Netz) ein. Falls Sie über einen ISDN- oder DSL-Router in's Internet gelangen, geben Sie die IP-Adresse des Routers im Feld Router-Adresse ein. Einen Name Server benötigt Ihr Computer um URLs wie z.B. "sfk-online.com" in IP-Adressen (213.174.55.11) umsetzen zu können. In vielen LANs funktioniert der Router gleichzeitig als Name Server. Auch Ihr Einwahlprovider stellt üblicherweise einen Nameserver zur Verfügung. Die IP-Adresse des Nameservers erfahren Sie aus den Unterlagen Ihres Providers.
TCP-IP
3. Wählen Sie im Kontrollfeld AppleTalk die Option "Ethernet" (falls Sie Ihr Apple-Netz noch mit Lokal-Talk-Kabeln betreiben, sollten Sie sich spätestens jetzt zu einer Neuverkabelung mit Ethernet durchringen).
4. Starten Sie Filesharing im Kontrollfeld Filesharing.
Filesharing
5. Legen Sie im Kontrollfeld Filesharing über das Fenster "Benutzer & Gruppen" einen neuen Benutzer an, der sich an dem Mac anmelden darf.
6. Geben Sie einen Ordner zur gemeinsamen Nutzung frei. Erstellen Sie einen neuen Ordner auf der internen Festplatte und gehen dann in das Menü Ablage > Information > Gemeinsam nutzen.
7. Sie können sich jetzt von einem anderen Mac über Auswahl > AppleShare an dem zuvor konfigurierten Mac anmelden und auf den zur gemeinsamen Nutzung freigegebenen Ordner zugreifen.

 

Im folgenden Beispiel sehen Sie das Einrichten eines Netzwerks am Beispiel Linux:
Für größere Netzwerke ist ein zentraler Server sinnvoll. Hier bieten sich Unix Betriebsysteme wie NetBSD oder Linux an. Die Hardware kann ein Standard PC sein und ist relativ günstig in der Anschaffung.
Bei der Linuxdistribution der SUSE AG wird das Programm "Yast" zur Rechnerkonfiguration verwendet.
Während der Installation des Betriebsystems werden Netzwerkkarten normalerweise automatisch erkannt und eingebunden. Falls das nicht geschehen ist, starten Sie Yast und geben dem Betriebsystem über den Punkt "Hardware in System integrieren" die Netzwerkkarte bekannt. Sie müssen Yast mit root-Rechten ausführen. Geben Sie dazu ggf. den Befehl "su" auf der Kommandozeile ein..

Nachdem Sie die Hardware dem Betriebsystem bekannt gegeben haben, gehen Sie in Yast auf den Punkt "Netzwerk Grundkonfiguration".
yast
Die folgende Maske erscheint:

yast Netzwerk
1. Durch Drücken von F5 wählen Sie als Device "Ethernet" aus.
2. Geben Sie danach eine IP Adresse und eine Netzwerkmaske (für ein Klasse C-Netz 255.255.255.0) ein.
3. Nach der Netzwerkgrundkonfiguration können Sie den Rechnernamen und grundlegende Netzwerkdienste konfigurieren.
4. Ob Ihr Computer eine Verbindung zum Netzwerk aufbauen kann, testen Sie am besten mit einem einfachen ping-Kommando auf der Kommandozeile.
5. Wenn das ping-Kommando erfolgreich war, können Sie weitere Server-Dienste konfigurieren.

Linux bietet wie alle Unix-Betriebsysteme eine unübertroffene Anzahl von Server-Diensten an, unter anderem.:
Samba: dient dazu, Dateien und Drucker für Windows-Anwender bereitzustellen.
Netatalk: stellt Dateien und Drucker für Mac-Benutzer zur Verfügung.
NFS: stellt Verzeichnisse zur gemeinsamen Nutzung für Unixsysteme (auch MacOS X!) zur Verfügung.
HTTP: stellt einen Webserver, z.B. Apache zur Verfügung.
Fetchmail, Postfix und Sendmail: sorgen für einen reibungslosen eMail-Transport.
FTP: um Dateien über das Internet auf einen Server zu senden oder von dort herunterzuladen.
SSH: Secure Shell, baut eine verschlüsselte Verbindung mit einem Server auf.
Telnet: Ausführen von Programmen auf entfernten Rechnern.
DHCP: dynamisches Zuweisen von IP-Adressen im lokalen Netz.
DNS: das Domain Name System wandelt Domainnamen in IP-Adressen, so entspricht z.B. der Domainname "http://www.olandre.de" der IP-Adresse 212.227.166.97.
NIS: das Network Information System verwaltet Zugriffsrechte der Benutzer und Gruppen innerhalb eines Netzwerks.
Squid: Ein Proxyserver für Webseiten.
Eine Firewall über Masquerading: dient der Abwehr von Angriffen aus dem Internet.

Tipp

In neueren SUSE Distributionen kann das Programm Yast 2 mit einer komfortablen grafischen Benutzeroberfläche benutzt werden.


    Das ISO/OSI Referenzmodell
 


Für alle, die es genau wissen wollen, folgt hier die Übersicht über das ISO/OSI-Referenzmodell.
Viele Netzwerkprotokolle lassen sich auf diesem Referenzmodell abbilden.

Anwendungsschicht
Anwendungsschicht
Darstellungsschicht
Darstellungsschicht
Kommunikationssteuerungsschicht
Kommunikationssteuerungsschicht
Transportschicht
Transportschicht
Netzwerkschicht
Netzwerkschicht
Sicherungsschicht
Sicherungsschicht
Bitübertragungsschicht
<>
Bitübertragungsschicht

Wenn Sie z.B. eine Datei per FTP verschicken, durchlaufen die Daten auf dem sendenden Computer die einzelnen Schichten von der Anwendungs- bis zur Bitübertragungsschicht (z.B. vom Programm WS_FTP bis zum Ethernetkabel) und werden auf dem empfangenden Computer auf gleiche Art wieder decodiert.

Die unterste Ebene, die Bitübertragungsschicht (engl. physical layer) regelt die korrekte elektrische Signalübertragung auf Kabeln, Steckverbindungen und Netzwerkkarten.
Darüber liegt die Sicherungsschicht (engl. data link layer), auch hier geht es um Hardware. Sie bestimmt, wie die Hardware die Daten in Pakete zerlegt und versucht elektrische Störeinflüsse zu erkennen und zu minimieren.
Die Netzwerkschicht (network layer) kümmert sich darum, dass die Datenpakete ihre Zieladresse erreichen. Im TCP/IP-Modell entspricht die Netzwerkschicht dem IP.
Die Transportschicht (transport layer) prüft, ob die Pakete vollständig und unbeschädigt ankommen und fügt die Pakete wieder zusammen. Diese Ebene entspricht TCP im TCP/IP-Modell.
Die Kommunikationssteuerungsschicht (session layer) überwacht das Bestehen der Verbindung zwischen zwei Rechnern.
Die Darstellungsschicht (presentation layer) wandelt Dateisystemformate zwischen Client und Server um.
In der Anwendungsschicht (application layer) arbeiten Programme wie Browser, ftp- und eMail-Client etc.

Tipp

Ein herkömmlicher Switch arbeitet auf Ebene 2 (der Sicherungsschicht) und legt eine Route anhand der MAC-Adressen der beteiligten Netzwerkkarten fest. Moderne Switches arbeiten auch auf Ebene 3 (der Netzwerkschicht), sie können eine Route anhand von IP-Adressen ermitteln.
Ein Router arbeitet generell auf Ebene 3 des ISO/OSI-Modells. Während ein Gateway alle Schichten des ISO/OSI Modells nutzen kann, um Verbindungen zwischen Netzwerken aufzubauen.


    Weitere Netzwerktechnologien
 


Neben der Verkabelung per Ethernet kommen seit einigen Jahren kabellose Funk-LANs in Mode.
Technologien dafür sind Bluetooth und WLAN (Wireless LAN).
Diese LANs ersparen die lästige Verkabelung, erzielen aber nicht so hohe Durchsatzraten wie ein Ethernet-LAN und haben eine begrenzte Reichweite. Mehr als 20 bis 50 Meter (abhängig von der Gebäudeart) ist momentan (Januar 2003) mit WLAN innerhalb von geschlossenen Räumen nicht zu erzielen. Höhere Reichweiten sind außerhalb geschlossener Räume mithilfe spezieller Antennen erreichbar. Weitere Probleme sind die Abhörsicherheit und eine mögliche Strahlenbelastung. WLANs gibt es in mehreren Geschwindigkeitsvarianten: Das ältere IEEE 802.11 überträgt lediglich 2 Mbit/s. Seit Ende 1999 gibt es den 11 Mbit/s schnellen 802.11b Standard. Für den Sommer 2003 wird die Verabschiedung des 802.11g Standards (Bei Apple "AirPort Extreme" genannt) erwartet, der eine Durchsatzrate von 54 MBit/Sekunde bietet.
Bluetooth wird weniger für Netzwerke benutzt, sondern um Peripheriegeräte wie PDAs, Drucker oder Headsets mit einem Computer zu verbinden. Seine Geschwindigkeit ist mit 723 KBit/s deutlich langsamer als WLAN, auch die Reichweite war bisher sehr begrenzt. Größere Reichweiten sind aber in der Entwicklung. Mit einem Bluetooth-Adapter der Funkklasse 1 soll man bei Sichtkontakt über 100 Meter überbrücken können.

Modems und DSL
Auch mit einem Modem lässt sich auf das Internet und entfernte Rechner zugreifen. Um Daten über ein konventionelles Modem übertragen zu können, muss auf Ihrem Computer das Point to Point-Protokoll (PPP) installiert sein. In der PPP-Konfiguration muss die Telefonnummer des Einwahlservers, sowie ein Benutzername und Kennwort eingetragen sein. Per Modem sind heute Geschwindigkeiten bis 56 KBit/Sekunde möglich. Über DSL lässt sich deutlich mehr übertragen. 768 KBit/Sekunde empfangen und 128 KBit/Sekunde senden sind zur Zeit (März 2003) die üblichen Übertragungsraten. Einige DSL-Anbieter lassen auch 1,5 Mbit und mehr zu.

Andere Netzwerktechniken, wie die Datenübertragung über das Stromkabel (Powerline), befinden sich noch im Experimentalstadium oder werden aus Kostengründen eher selten eingesetzt (z.B. Satellitenfunk).

 

    VPN
 


Das Internet ist ein unsicheres Netz, bei dem der Datenverkehr an verschiedenen Stellen belauscht werden kann. Um vertrauliche Daten über dieses Netz zu verschicken, z.B. um Außendienstmitarbeitern Zugang zum Bürorechner zu verschaffen, bieten sich ein VPN (Virtual Private Network) an. Die Daten gehen nach wie vor über das Internet und können auch abgehört werden. Das aber nutzt dem Datendieb wenig, denn die Daten sind verschlüsselt. Damit sich die Verschlüsselung nicht knacken lässt, müssen Sie sichere Verschlüsselungsverfahren einsetzen. Bei den symetrischen Chiffrierverfahren gelten zur Zeit (Frühjahr 2006) Triple-DES, Blowfish, RC5 oder AES als sicher. Der Schlüssel sollte mindestens ein Länge von 128, besser 256 Bit haben.

Diverse Verfahren ermöglichen die Einrichtung eines VPN. Ein Klassiker ist IPSec, Alternativen sind PPTP oder Hamachi. Am einfachsten ist ein VPN mit OpenVPN einzurichten. Die Verschlüsselung und Authentifizierung stellt OpenVPN über SSL (Secure Socket Layer) bzw. den Nachfolger TSL (Transport Layer Security) her. Damit sich der VPN-Client am Server anmelden darf, kann sich der Client mit einem Passwort authentifizieren, sicherer aber ist ein Zertifikat. Das Erstellen dieser Zertifikate mit OpenSSL kann man sich durch eine Skriptsammlung namens Easy-RSA erleichtern.

Wer sich nicht selbst mit den Untiefen der VPN-Konfiguration herumschlagen möchte, der greift zu fertigen, vorkonigurierten Einwahlservern wie sie von Cisco, Nokia und Co angeboten werden.

 

 


Links und Literaturhinweise

Franz-Joachim Kauffels: Lokale Netze, mitp-Verlag. ISBN: 382664087X
OpenVPN einrichten: c't 2006 Heft 7, Seite 110

Dienste und Protokolle Überblick über Ports und Dienste
Netzwerk-know-how Artikelsammlung auf www.tecchannel.de
Das ISO/OSI ReferenzmodelI der Weg der Datenpakete
Mehr ISO/OSI die Schichten als Animation
Bluetooth-Funker knacken 200-Meter-Marke
Neue Funktechniken Artikel auf heise mobil vom 22. Februar 2005
Twisted pair Verkabelung
Gigabit Ethernet über Kat 5 Verkabelung


 
 
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Letzte Aktualisierung dieser Datei am: 05.9.2006
Autor: Stephan Franke · Impressum und Hinweise zu diesen Seiten · Suche
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